Fleebs-Logo
Details werden geladen...

Wenn Pferde plötzlich sabbern | PferdeWoche Online

Aktuell berichten Pferdehalter von einem plötzlich einsetzenden, teils dramatisch anmutenden Speichelfluss bei ihren Tieren – dem sogenannten «Slobber-Syndrom». Dieses tritt vor allem im feuchtwarmen Sommer und bei ergiebigem Herbstregen auf. Bei diesen Bedingungen spriesst nicht nur das Gras üppig auf den Weiden, sondern es entstehen auch ideale Voraussetzungen für einen unscheinbaren, aber folgenreichen Pilz, dem sogenannten «Rhizoctonia leguminicola». Auf den ersten Blick scheint es paradox: Zwar herrschen hierzulande derzeit anhaltende Trockenheit und Hitzewellen – und doch können gerade diese Bedingungen das Syndrom begünstigen. Auslöser des Slobber-Syndroms ist der Verzehr von Leguminosen (Kleearten), die mit dem Schimmelpilz Rhizoctonia leguminicola befallen sind. Der Pilz befällt bevorzugt Rot- und Weissklee sowie Bastard- oder Schwedenklee, aber auch Luzerne. Erkennbar ist der Befall an kleinen, schwarz-bronzefarbenen Flecken auf der Blattunterseite, volkstümlich als «Kleeschwärze» bezeichnet. Bei feuchtwarmer Witterung mit Temperaturen zwischen etwa 20 und 25 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit gedeiht der Pilz besonders gut. Dabei bildet er das Mykotoxin Slaframin, ein giftiges Stoffwechselprodukt, das für die charakteristischen Symptome verantwortlich ist. Bemerkenswert ist, dass sich Slaframin im Heu nur sehr langsam abbaut und über Monate hinweg wirksam bleibt. Frisches Heu kann 50 bis 100 ppm (parts per million, Analysenwert aus Futteranalysen) aufweisen und ist auch nach zehn Monaten Lagerung mit einem Wert von etwa sieben ppm nachweisbar. Klinische Symptome können bei Pferden bereits ab rund zehn ppm auftreten. Auch eingelagertes Heu ist also keine sichere Alternative, wenn es aus kontaminierten Beständen stammt. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe vom Donnerstag.