WM 1994 - Elf Helden, ein Albtraum - Fußballdoku | klack.de
Am 01. 07. um 20:15 Uhr auf Das Erste: Um dem zunehmenden Zerfall der Mannschaft entgegenzusteuern, lässt Vogts die Spieler an immer längerer Leine, erlaubt ihnen z.B., noch vor dem Frühstück stundenlang Golf zu spielen, verschiebt dafür sogar das Training. Es fehlt jede Form der klaren Kante und der Fokus auf die gemeinsame Sache. Als insbesondere Bodo Illgner im Spiel seine Leistung nicht bringt, führt dies, auch angesichts der Störmanöver seiner Frau Bianca, zu Fragen. Doch Berti Vogts hält trotz der Differenzen an seinem Torwart fest - die Beziehung zu seinem früheren Vertrauten kühlt jedoch merklich ab. Und auch der Konflikt zwischen Vogts und Matthäus spitzt sich zu. Während Vogts - auch wegen Matthäus' engen Kontakten zur BILD Zeitung, die weiterhin gegen den Trainer schießt - immer mehr das Vertrauen zu seinem Kapitän verliert und ihn nicht mehr in seine Entscheidungen einbindet, beschwert der sich offen über Vogts bei Beckenbauer. Vogts muss immer mehr Brände löschen, die Unruhe in der Mannschaft wächst weiter. Das letzte Gruppenspiel gerät zum Fiasko: Südkorea schießt nach zunächst klarer Führung Deutschlands fast den Ausgleich, die deutsche Mannschaft wird von ihren eigenen Fans ausgepfiffen. Und Stefan Effenberg verliert in der Hitze von Dallas die Nerven und zeigt ihnen den Mittelfinger. Zwar gewinnt Deutschland am Ende knapp, weil Effenberg sich jedoch für sein Verhalten nicht entschuldigen möchte, wirft Vogts ihn aus dem Kader. Eine Entscheidung, die möglicherweise auch vor dem Hintergrund der ausländerfeindlichen Ausschreitungen der vorangegangenen Monate in Deutschland gefallen ist, denn für Vogts war immer auch das Bild der deutschen Mannschaft in der Welt ein wichtiges Thema. Die Mannschaft jedoch ist geschockt und wendet sich geschlossen gegen ihn. Eben noch zerstritten, hält sie nun zusammen: alle gemeinsam gegen den Trainer.