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Film & Talk: „Flying Tigers“ von Madhusree Dutta - KHM

Auf Einladung von Prof. Philip Scheffner besucht die Filmemacherin, Autorin und Kulturproduzentin Madhusree Dutta die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) und stellt ihren neuen Film „Flying Tigers“ (2026, 105 Min.) vor. Der Dokumentarfilm feierte seine Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin in diesem Jahr. Im Wintersemester 2023/2024 arbeitete Madhusree Dutta im Rahmen eines Fellowships an der Entwicklung dieses Films, ihres ersten Dokumentarfilms nach fast zwanzig Jahren. Von 1998 bis 2016 war die indische Filmemacherin Gründerin und Direktorin des Majlis, eines Zentrums für interdisziplinäre künstlerische Praxis in Mumbai. Von 2018 bis 2021 war sie Direktorin der Akademie der Künste der Welt in Köln.

Aus Kontakten, die Madhusree Dutta in Köln und während ihres Fellowships an der KHM knüpfte, entstanden künstlerische Kooperationen, die in „Flying Tigers“ einflossen. So arbeitete sie mit der Medientheoretikerin You Mi zusammen. You Mi promovierte 2019 an der Kunsthochschule für Medien Köln und wurde 2021 als Professorin für Kunst und Ökonomien an die Universität Kassel berufen. Monika Rinck, die seit 2023 als Professorin für Literarisches Schreiben an der KHM lehrt, schrieb wiederum den  Text „Song of Infrastructure“ für die Filmmusik von „Flying Tigers“ des Cellisten und Komponisten Bo Wiget.„Flying Tigers“ erzählt von einer alten Frau in Indien, deren Alzheimer-Erkrankung Erinnerungsfragmente aus dem Gedächtnis zutage fördert, die ihre Tochter, die Filmemacherin Madhusree Dutta, aufzeichnet. Nach dem Tod der Mutter verfolgt Madhusree Dutta die Spur dieser Erinnerungen zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Im nordöstlichen Bundesstaat Assam errichtete die US-Armee 1942 die erste Luftbrücke der Militärgeschichte über den Himalaya zur Unterstützung der chinesischen Stadt Kunming, ausgeführt von der Airforce-Spezialeinheit Flying Tiger. Die Errichtung der gewaltigen Infrastruktur zerstörte das ökologische Gleichgewicht des Dschungels und trieb die echten Tiger bis in die Teeplantagen von Assam, wo die Mutter der Regisseurin aufwuchs. Im Verlauf ihrer Recherchen entdecken Madhusree Dutta und die chinesische Medientheoretikerin Mi You, deren Freundschaft nur in einem Drittland wie Deutschland entstehen konnte, einen gemeinsamen historischen Moment zwischen den Nachbarländern mit geschlossenen Grenzen. Zu ihnen stößt Purav Goswami, Autor aus Assam, mit seiner künstlerischen Erforschung von Landschaft, Boden und Gelände. „Flying Tigers“ ist ein Film über Erinnerung, Krieg und Infrastruktur.