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REISEBÜRO ABENDRÖTE | Stückentwicklung von Falk Rößler und Milan Pešl

Einmal raus aus dem Alltag. Alles hinter sich lassen. An einen anderen Ort fahren, ein anderer Mensch sein, wenigstens für ein paar Tage. Und dann? Zurückkommen, Koffer auspacken, weitermachen wie bisher? Wir reisen, um uns zu erholen, um etwas zu erleben, um dem Gewohnten zu entkommen. Wir buchen Flüge, vergleichen Hotelbewertungen, schließen Versicherungen ab. Schließlich soll nichts dem Zufall überlassen bleiben. Nicht einmal der Kontrollverlust. Und wenn die Reise irgendwann endgültig wird? Auch dafür gibt es Dienstleister, Komplettpakete und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Nur mit der Rückreise wird es schwierig. REISEBÜRO ABENDRÖTE beschäftigt sich mit zwei Dingen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: dem Reisen und dem Sterben. Dabei liegen die beiden vielleicht näher beieinander, als man denkt. Beide versprechen endlich Ruhe, beide sind von Ritualen begleitet, beide lassen sich erstaunlich aufwendig organisieren. Und während wir uns für die eine Reise auf Hochglanzprospekten das Paradies versprechen lassen, versuchen wir die andere möglichst lange aus unseren Gedanken zu verbannen. Warum wollen wir manchmal unbedingt weg und gleichzeitig unbedingt wieder nach Hause? Was bleibt von uns, wenn wir gehen? Wie viel Kontrolle brauchen wir, um loslassen zu können? Und was wäre, wenn wir unsere letzte Reise genauso sorgfältig planen würden wie zwei Wochen All-inclusive in Hurghada? Das Regie- und Autorenduo Falk Rößler und Milan Pešl begibt sich mit REISEBÜRO ABENDRÖTE auf eine künstlerische Spurensuche zwischen Urlaubskatalog und Bestattungsinstitut, Fernweh und Abschied, Aufbruch und Endlichkeit. Noch ist vieles offen. Texte entstehen, Ideen werden gesammelt, Fragen gestellt und wieder verworfen. Was sich daraus entwickeln wird, ist Teil eines gemeinsamen künstlerischen Prozesses. Fest steht: Es wird ein sehr musikalischer Theaterabend, in dem auch Video eine wichtige Rolle spielt. Ein Abend über die Sehnsucht nach dem Anderswo, die Unausweichlichkeit des Abschieds und den vielleicht ziemlich absurden Versuch, selbst das Unvermeidliche noch irgendwie unter Kontrolle zu bekommen.