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Sozialismus: USA scheitern im Iran-Krieg trotz VAE-Embargo

19. August 2026 Redaktion Sozialismus.de: Anhaltende Spannungen nach Ablauf der 60-Tagefrist USA scheitern im Iran-Krieg trotz VAE-Embargo Foto: Screenshot tagesschau Die USA haben am 28. Februar 2026 gemeinsam mit Israel Angriffe auf Ziele in Iran begonnen. Anfang März umriss US-Präsident Donald Trump die Kriegsziele: Erstens sollten Irans Raketensysteme und deren Produktionsstätten zerstört werden. Zweitens werde man die Marine auslöschen. Drittens wolle seine Regierung sicherstellen, dass das iranische Regime niemals eine Atomwaffe entwickeln könne, und viertens künftig keine ausländischen Milizen mehr bewaffnen und finanzieren kann. Auch Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte am 2. März: »Das ist kein sogenannter ›regime change war‹. Aber das Regime hat sich gewiss verändert. Und der Welt geht es damit besser.« Teherans Ziel sei es gewesen, einen Schirm mit konventionellen Langstreckenraketen aufzubauen, um hinter dessen Schutz eine Atomwaffe zu entwickeln, erklärte Hegseth. Der jetzige Krieg habe deshalb ein klares Ziel und sei kein endloses Abenteuer. Es gehe darum, die militärischen Fähigkeiten Irans gezielt zu zerstören. Dan Caine, der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs, formulierte es so: »Unsere Mission ist es, Iran die Fähigkeit zu nehmen, militärischen Einfluss außerhalb seiner Grenzen auszuüben.« Im Iran-Krieg haben die USA und Israel nicht nur ihre ursprünglichen Ziele für die militärische Intervention aufgegeben, auch die in einem Rahmenabkommen vereinbarte Waffenruhe ist verstrichen, ohne dass es zu einer Anschlussregelung gekommen ist. Nach dem Ende der 60-tägigen Frist des Rahmenabkommens stehen Washington und Teheran laut des US-Präsidenten nicht in Verhandlungen über ein endgültiges Friedensabkommen. »Es finden derzeit keine Gespräche oder Verhandlungen mit der Islamischen Republik Iran statt, und es sind auch keine geplant«, teilt er auf der Plattform Truth Social mit. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sagte bereits vor einigen Tagen, dass es keine Waffenruhe gegeben habe und sie deshalb nicht verlängert werden müsse. Beide Seiten haben die vereinbarte Waffenruhe mehrfach gebrochen. Die größten Streitpunkte bei den Verhandlungen über einen Frieden sind die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus und das Atomwaffenprogramm des Iran. Trump hat den Vermittler Oman jetzt laut US-Medienberichten mit Bombenangriffen gedroht, sollte das Land eine Freigabe der Straße von Hormus blockieren. Das Ende dieses Rahmenabkommens markiert einen weiteren Wendepunkt für die Bedeutung der USA als globale Ordnungsmacht. Trump will die Straße von Hormus nach dem Ende des Iran-Krieges zu US-Territorium erklären. »Sobald wir Iran besiegt haben – der gerade eine vernichtende Niederlage erleidet –, werde ich die Hormus-Straße zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären«, sagte er bei einem Auftritt in New Jersey. Die Einschätzung von einer vernichtenden Niederlage des Iran gehört zu den krassen Fehleinschätzungen des amerikanischen Präsidenten. Die USA streben keine Verlängerung der Waffenruhe-Vereinbarung mit dem Iran an. Trump verneinte eine entsprechende Frage eines Reporters. Das am 17. Juni unterzeichnete Papier sah dafür eben die abgelaufene Frist von 60 Tagen vor. Ein iranischer Insider hatte bereits in der vergangenen Woche gesagt, es gebe keine Gespräche über eine Verlängerung, da eine Frist gar nicht erst begonnen habe. Noch am Vortag hatte Trump dem Sender Fox News gesagt, Vertreter der US-Regierung stünden im direkten Kontakt mit den iranischen Revolutionswächtern. In der Vergangenheit hatte Trump immer wieder Angaben über mutmaßliche Gespräche oder Verhandlungsstände mit Iran gemacht, die dieser dementierte. Weiterhin teilte Trump eine Grafik, auf der er die Straße von Hormus als »neues US-Territorium« bezeichnet. Iran weist die von dem amerikanischen Präsidenten angemeldeten Ansprüche auf die Straße von Hormus zurück. »Die Straße von Hormus lässt sich weder per Tweet noch mit einem Flugzeugträger noch durch einen Befehl oder eine Wahlkampfrede einnehmen«, schrieb Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattfom X. Iran fürchte weder Drohungen noch lasse er sich von Machtdemonstrationen einschüchtern. Gharibabadi schrieb weiter, die USA müssten akzeptieren, eine schwere strategische Niederlage erlitten zu haben. »Die Straße von Hormus gehörte Iran, gehört Iran und wird Iran gehören.« Die Meerenge werde nur auf Befehl des Irans geschlossen und geöffnet. Solange die USA die Niederlage nicht akzeptierten, werde der Iran die Blockade weiterhin durchsetzen. Irans Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf unterstrich, dass die Straße von Hormus geschlossen bleibe, bis die USA die Bedingungen des Abkommens mit Iran erfüllen. Zu den Bedingungen gehören die Aufhebung der Seeblockade und der Sanktionen sowie die Freigabe der eingefrorenen iranischen Vermögenswerte. Politischer Kurswechsel der VAE Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben aktuell den gesamten Handel und alle Finanztransaktionen mit Iran eingestellt. Zuvor hatte Iran laut Angaben der VAE zwei ballistische Raketen abgeschossen, die beide vor der Küste niedergingen. Erstmals seit Juni erhielten Menschen in den Emiraten wegen des Beschusses eine Warnmeldung auf ihr Mobiltelefon. Laut dem Verteidigungsministerium der VAE hatten die iranischen Raketen die Schifffahrt im Persischen Golf im Visier. Eines der Geschosse sei jedoch in Hoheitsgewässern der Emirate gelandet. Das iranische Außenministerium wies die Verantwortung für die Attacken von sich. Das Handelsembargo ist für den Iran gefährlich. Vor dem Krieg waren die VAE nach China der zweitwichtigste Handelspartner Teherans. Die Stammesföderation exportierte zwischen 2024 und 2025 Waren im Wert von rund 22 Mrd. US-Dollar nach Iran. Die VAE waren gewissermaßen Irans Tor zur Welt: Ein Großteil der iranischen Importe wurde zunächst zum Tiefseehafen von Jebel Ali in der Nähe von Dubai transportiert, bevor sie über die Meerenge nach Iran verschifft wurden. Noch wichtiger für Iran war allerdings der Finanzplatz Dubai, durch den Teheran über Briefkastenfirmen und verschlungene Wege via Hongkong Milliarden am Sanktionsregime vorbeigeschleust hatte. Rund 8.000 iranische Unternehmen sollen allein in Dubai registriert sein. Ein hochrangiger europäischer Diplomat in der Region bezeichnet Dubai als »Irans Bank«. Aus einer weiteren diplomatischen Vertretung in Abu Dhabi heißt es, auf Konten in den VAE seien Milliarden der iranischen Revolutionswächter deponiert. Der Handelsstopp dürfte die iranische Wirtschaft hart treffen, die sich bereits jetzt in der tiefsten Krise seit Jahrzehnten befindet. Die Inflationsrate bei Nahrungsmitteln in Iran lag jüngst bei über 130% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das vollständige Handelsembargo markiert einen Kurswechsel der Emirate. Nachdem die USA und Iran im Juni eine Absichtserklärung und einen vorläufigen Waffenstillstand unterzeichnet hatten, lief der Handel zwischen den VAE und Iran zunächst wieder an. Laut diplomatischen Quellen in Abu Dhabi sollen die VAE Iran auch dringend benötigte Medikamente geliefert haben. Die VAE hatten sich zwar militärisch enger an Israel angelehnt, Iran aber nicht die Tür vor der Nase zugeschlagen – obwohl es die VAE waren, die am heftigsten von Teheran beschossen wurden. Von Beobachtern in Abu Dhabi hieß es, dass so Iran gezeigt werden solle, was es gewinnen könne, falls es sich für Deeskalation und Kooperation entscheide. Doch das Vertrauen der Vereinigten Arabischen Emirate in Teheran ist gering und der Geduldsfaden der Entscheider in Abu Dhabi äußerst kurz. Der Angriff vom Dienstag war offenbar der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Schon in den vergangenen Tagen hatte Teheran seine Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus intensiviert. Drei Tanker des staatlichen Erdölunternehmens der VAE, Adnoc, wurden allein in der vergangenen Woche von Iran ins Visier genommen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete zudem, dass ein zuvor festgesetzter Tanker der VAE in die südiranische Hafenstadt Bandar Abbas umgeleitet worden sei. Der eigentliche Zielhafen des Schiffes sei der Hafen Jebel Ali in der Nähe von Dubai gewesen. Das VAE-Embargo spielt den USA in die Hände Der vollständige Handelsstopp mit Iran erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die USA ihre Strategie gegenüber Teheran angepasst haben. So berichtete der amerikanische Fernsehsender CNN kürzlich, Trump wolle Iran künftig nicht mehr so schnell wie möglich hart treffen, sondern das Land »nach und nach erwürgen«. Es ist unklar, ob der Schritt der VAE mit den USA koordiniert war, doch passt dieser zu Ankündigungen, die in den vergangenen Tagen aus Washington kamen. Kürzlich hatte der amerikanische Finanzminister Scott Bessent ökonomische Maßnahmen gegen Iran versprochen, »wie sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolation eines Landes noch nie zuvor gesehen wurden«. Wenige Stunden nachdem die Emirate das Embargo gegen Iran verhängt hatten, telefonierte der amerikanische Außenminister Marco Rubio jedenfalls mit dem Berater für nationale Sicherheit der VAE, Tahnun bin Zayed Al Nahyan. Zwar wird die finanzielle Blockade der VAE nicht spurlos an dem ohnehin schwer angeschlagenen Regime in Teheran vorbeigehen. Doch zweifeln Expert*innen daran, dass massiver ökonomischer Druck das an Sanktionen gewöhnte Land in die Knie zwingt. Der Iran könne mittelfristig noch sehr viel ärmer werden, bevor die Machtbasis des Regimes und die iranische Fähigkeit zur Kriegsführung ernsthaft gefährdet seien. Trotz zuletzt ausgebliebener Angriffe zwischen den USA und Iran halten die Spannungen an. Auch die Frage über die Öffnung der Straße von Hormus bleibt ungeklärt.