Fleebs-Logo
Details werden geladen...

Kühle Orte im Ruhrgebiet – Wo Sie an heißen Sommertagen Abkühlung finden - Industriekultur im Ruhrgebiet

Sommer im Ruhrgebiet kann wunderschön sein – aber auch anstrengend. Zwischen dicht bebauten Innenstädten, großen Asphaltflächen und wenig Schatten staut sich die Wärme oft bis in die Abendstunden. Besonders an Hitzetagen suchen viele Menschen nach Möglichkeiten, der Hitze zu entkommen und einen kühlen Ort für eine Pause oder einen kleinen Ausflug zu finden. Kühle Orte oder auch „cool Spots“ sind Plätze, Orte, Gebäude oder Gebiete, an denen sich die Temperaturen angenehmer anfühlen oder an denen Trinkwasser, Schatten oder klimatisierte Gebäude zur Verfügung stehen. Wer weiß, worauf es ankommt, findet fast überall im Ruhrgebiet angenehme Rückzugsorte. Warum wird es im Ruhrgebiet so heiß? Das Ruhrgebiet gehört zu den am dichtesten besiedelten Regionen Europas. Straßen, Gebäude und versiegelte Plätze speichern die Sonnenwärme und geben sie noch lange nach Sonnenuntergang wieder ab. Besonders Innenstädte entwickeln sich dadurch zu sogenannten Wärmeinseln oder Hitzeinseln. Hinzu kommt, dass dunkle Oberflächen wie Asphalt oder Pflaster sich deutlich stärker aufheizen als Wiesen oder Wälder. Während ein schattiger Park angenehm kühl bleibt, können sich gepflasterte Plätze oder Parkplätze im Sommer auf weit über 50 Grad erwärmen. Das lässt sich sogar über die Oberflächentemperatur durch Satelliten messen, wie es der Kreis Unna ausgewertet hat. Lilafarbene Gebiete stehen für Temperaturen über 45°C. Die grünen Lungen wie der Kurpark, das Bornekamptal und der alte Westfriedhof stechen durch vergleichsweise niedrige Temperaturen hervor. Die besten natürlichen Kühlschränke: Wälder und alte Baumbestände Der wirksamste Hitzeschutz wächst seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten. Große Laubbäume spenden nicht nur Schatten. Über ihre Blätter verdunsten sie ständig Wasser und kühlen dadurch ihre Umgebung. Dieser Effekt kann die gefühlte Temperatur deutlich senken. Zu den angenehmsten Orten an heißen Tagen gehören deshalb Stadtwälder, Schlossparks, Revierparks, große Friedhöfe, bewaldete Halden sowie Bach- und Flusstäler. Gerade historische Friedhöfe überraschen viele Besuchende. Alte Baumalleen und weitläufige Grünflächen sorgen dort oft für ein deutlich angenehmeres Klima als in den umliegenden Straßen. Diese thematisch passenden Bücher empfehle ich zur Vertiefung: Blühende Oasen: Ausflüge zu den schönsten Parks und Gärten im Ruhrgebiet* oder Grüne Oasen im Ruhrgebiet* Wasser sorgt für Erfrischung Auch Wasser beeinflusst das Mikroklima positiv. Seen, Teiche, Kanäle und Flüsse erwärmen sich langsamer als versiegelte Flächen und können ihre Umgebung leicht abkühlen. Meist geht ein leichter Wind in der Nähe von Gewässern. Natürlich kann man an verschiedenen Gewässern auch direkt eintauchen. An heißen Tagen zieht es deshalb viele Menschen an die Seen des Ruhrgebiets. Allerdings sind beliebte Badeseen wie die Sechs-Seen-Platte, der Halterner See und der Silbersee oder der Horstmarer See sowie die Ruhrstauseen oft schon früh gut besucht. Wer eher Ruhe sucht, findet an Kanälen oder kleineren Gewässern häufig angenehme Plätze im Schatten. Grundsätzlich lohnt es sich, früh dran zu sein, denn der frühe Vogel bekommt den besten Platz. Nachmittags steht man bei der Anreise eher im Stau, ist auf der frustrierenden Parkplatzsuche oder steht in der Schlange vor der Freibadkasse. Nicht jedes Gewässer eignet sich zum Baden: Wenn die Temperaturen steigen, wirkt ein Sprung ins kühle Wasser verlockend. Doch nicht jeder Fluss oder Kanal ist dafür geeignet. Vor allem der Rhein zählt trotz seiner ruhigen Oberfläche zu den gefährlichsten Flüssen Deutschlands. Starke Strömungen, plötzlich auftretende Wirbel, Schiffsverkehr und steil abfallende Ufer machen das Baden dort lebensgefährlich.Auch in vielen Kanälen und Flüssen des Ruhrgebiets ist das Schwimmen nicht erlaubt oder mit erheblichen Risiken verbunden. Wer sich an heißen Tagen im Wasser abkühlen möchte, ist an ausgewiesenen Badeseen oder in Freibädern deutlich besser aufgehoben. Kleiner Tipp: Manchmal lohnt es sich, ein paar Kilometer ins Sauerland zu fahren. Mit dem Möhnesee, Sorpesee oder anderen Stauseen vor dem Ruhrgebiet gibt es noch sehr schöne Ziele am, auf und im Wasser. Im Sorpesee steht auch die unten abgebildete Bank am Airlebnisweg. Diese thematisch passenden Bücher empfehle ich zur Vertiefung: Blaue Glücksorte im Ruhrgebiet* sind Flüsse, Seen, Kanäle, Häfen und andere Gewässer. Und Radtouren am Wasser* spricht für sich. Wer auf dem Wasser unterwegs sein möchte: Kanu Kompakt: Die Ruhr von Neheim-Hüsten nach Mülheim a.d. Ruhr Kühle Gebäude als Rückzugsorte Nicht jede Abkühlung findet im Freien statt. Kirchen und Klöster mit ihren dicken Mauern bleiben selbst an heißen Sommertagen erstaunlich kühl. Auch Museen, Bibliotheken oder andere öffentliche Gebäude bieten angenehme Temperaturen und laden gleichzeitig zu einem kleinen Besuch ein. In manchen Städten gehören sogar U-Bahnhöfe oder unterirdische Passagen zu den offiziellen kühlen Orten. Museen und Ausstellungen gehören zu den oft unterschätzten kühlen Orten im Ruhrgebiet. Besonders ehemalige Industriegebäude mit dicken Backsteinmauern, Gewölbekellern oder unterirdischen Ausstellungsräumen bieten selbst an heißen Sommertagen angenehme Temperaturen. Dazu zählen beispielsweise das Zentrum für Internationale Lichtkunst in den Kellern der Lindenbrauerei Unna, das Museum unter Tage in Bochum oder das Deutsche Bergbau-Museum mit seinem Anschauungsbergwerk. Ein Museumsbesuch verbindet so Abkühlung mit spannenden Entdeckungen. Lichtkunstzentrum Unna Die Gewölbekeller der Lindenbrauerei sind wahrscheinlich einer der kühlsten Museumsorte im Ruhrgebiet. Die konstanten Temperaturen gehören sogar zum Erlebnis. ► Zentrum für Internationale Lichtkunst Museum unter Tage (Bochum-Weitmar) Allein der Name verrät es: Die Ausstellungsräume liegen vollständig unter der Erde. Im Sommer herrscht dort ein sehr angenehmes Klima. Anschauungsbergwerk im Deutschen Bergbau-Museum Das Anschauungsbergwerk unter Tage dürfte an heißen Sommertagen ebenfalls zu den kühlsten Orten gehören. ► Deutsches Bergbau-Museum LWL-Freilichtmuseum Hagen Wie der Name schon sagt ein Freilichtmuseum, aber große Waldbereiche und Bachläufe sorgen für ein deutlich angenehmeres Mikroklima als in der Stadt. ► Freilichtmuseum Hagen LWL-Museum Zeche Nachtigall Der Besucherstollen bietet ebenfalls natürliche Kühle und ist gleichzeitig ein besonderes Erlebnis. ► Zeche Nachtigall Ruhr Museum (Essen) Bereits die ehemalige Kohlenwäsche ist ein massiver Industriebau. Durch die Bauweise und die großen Innenräume bleibt das Museum auch im Sommer vergleichsweise angenehm. ► Zeche Zollverein Umspannwerk Recklinghausen Ausstellung Zeitreise Strom im alten Umspannwerk – Ebenfalls ein massiver Industriebau mit eher kühlen Innenräumen. ► Ummspannwerk Recklinghausen Aquarius Wassermuseum (Mülheim) Ein alter Wasserturm mit dicken Mauern. ► Aquarius Kleine Helfer gegen die Hitze Nicht immer braucht es einen Wald oder einen See. Schon kleine Angebote können an heißen Tagen den Unterschied machen, wie öffentliche Trinkbrunnen, Wasserspiele, Brunnenanlagen, schattige Sitzplätze, Eisdielen oder natürlich Freibäder. Viele Kühle-Orte-Karten von Städten, Gemeinden und Kreisen berücksichtigen genau solche Angebote und helfen dabei, die nächste Erfrischung schnell zu finden. Immer mehr Städte und Kreise veröffentlichen interaktive Karten mit kühlen Orten. Je nach Kommune unterscheiden sich die Inhalte: Manche Karten basieren auf Klimamodellen oder Oberflächentemperaturen, andere zeigen zusätzlich Trinkbrunnen, Wasserspiele, öffentliche Gebäude oder schattige Aufenthaltsorte. Wer sich vor einem Ausflug informiert, kann gezielt Orte auswählen, an denen sich heiße Sommertage angenehmer verbringen lassen. Meine Tipps für heiße Tage Auch auf dieser Website finden Sie zahlreiche Ausflugsziele, die sich besonders für warme Sommertage eignen. Sie sind mit dem Schlagwort „Kühle Orte“ versehen und lassen sich darüber finden. Dazu gehören erwähnte große Waldgebiete, Revierparks, Friedhöfe mit altem Baumbestand, schattige Spazierwege sowie Seen und Bachlandschaften. Viele dieser Orte bieten natürliche Abkühlung und verbinden Erholung mit spannenden Entdeckungen im Ruhrgebiet. Denn manchmal reicht schon ein schattiger Weg unter alten Buchen, eine Bank am Wasser oder eine kühle Kirche, um selbst den heißesten Sommertag ein wenig angenehmer zu machen. Und wenn es gar nicht mehr geht, sollte man vielleicht doch mal über die Anschaffung eines Klimageräts* oder Ventilators* nachdenken. Weitere Informationen: Klimaatlas NRW mit vielen Klimakarten: www.klimaatlas.nrw.deKühle-Orte-Karte vom RVR: kuehleorte.geoportal.ruhrKühle-Orte-Karte Kreis Unna (Beispiel am Kapitelanfang): gdi.kreis-unna.de