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Nordhorn VHS: Tanz auf dem Vulkan

Mit einem Vortrag zur „Grafschaft um die Jahrhundertwende“ startete die Volkshochschule im Juni 2025 eine Vortragsreihe, in deren Verlauf der Nordhorner Historiker Werner Straukamp ein einzigartiges Panorama zur Geschichte der Grafschaft im Verlauf des 20. Jahrhunderts zeichnet. Eine Geschichte, die vielfach verbunden ist mit der allgemeinen deutschen und europäischen Geschichte. Vor dem Hintergrund seiner intensiven Mitarbeit an dem im Herbst 2024 erschienenen GN-Zeitungsbuch „Hinter den Schlagzeilen – Nachrichten aus der Grafschaft“ stellt er die vergangene Welt des 20. Jahrhunderts im Spiegel der hiesigen Lokalzeitungen vor. Der vierte Vortragsabend beschäftigt sich mit dem Geschehen der Jahre 1927 bis 1934. In den späten 1920er Jahren gilt die Stadt Nordhorn als „Klein Amerika“. Die Textilindustrie erlebt eine Blütezeit. In Nordhorn und der Obergrafschaft weht eine frische Brise der „Roaring Twenties“ durch die Kinosäle und Tanzgaststätten. In Schüttorf, Bentheim, Gildehaus und Nordhorn verändern die sozialdemokratische Arbeiterbewegung und die katholische Pfarrkultur das gesellschaftliche Leben. Es ist die Weltwirtschaftskrise des Jahres 1929, in deren Folge alle Hoffnungen auf Demokratie und wachsenden Wohlstand zu Makulatur werden. Die Endphase der Weimarer Republik ist gekennzeichnet von Massenarbeitslosigkeit, politischer Radikalisierung und dem Aufstieg der NSDAP. Mit deren Machtergreifung beginnt 1933/34 das sogenannte „Dritte Reich“ – zwölf Jahre einer nationalsozialistischen Staatsdiktatur, die mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust an den europäischen Juden in die größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts führen. Während des Vortrags ist eine Pause eingeplant. Sie bietet eine schöne Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen bei einem Getränk.