Omoi 📍 Japanische Restaurant in Stuttgart-Mitte | LIFT Stuttgart
Sushi mal anders. Einfach nur Sushi essen – das ist mittlerweile fast langweilig geworden. Mit California Rolls, Nigiri und den Reisdreiecken Onigiri hat sich die Sushi-Kultur schon längst in Deutschland etabliert. Zuletzt waren „Sushi Pops“ im Trend: Dabei steckt eine California Roll in einer Papprolle und wird nach oben herausgeschoben – ähnlich wie beim Smarties Eis Pop up. Das Hype-Food ist im Grunde jedoch nichts anderes als Su-shi in besonderer Verpackung. Etwas skeptisch waren wir also, als wir das neu eröffnete „Omoi“ unweit des Österreichischen Platzes erspähten, das mit Sushi-Sandwiches wirbt. Wird das wieder nur normales Sushi in anderer Verpackung? Wir haben’s getestet. Hinter dem Omoi steckt kein Unbekannter: Phuc Nguyen Duc ist Inhaber der Restaurants Enso, Origami und Okyu – allesamt Sushi-Restaurants in der Stadtmitte. Im Okyu gibt’s neben Sushi-Variationen auch Omakase-Menüs und Luxusangebote. Ähnlich ist die Zielgruppe im Enso im Dorotheenquartier. Das Omoi hingegen fährt eine ganz andere Linie, die schon die knallige Einrichtung, die noch aus dem Vorgänger Saiya stammt, verrät: Pinke Akzente in Kombination mit Marmor und Schwarz verzieren die Innenräume. Die Karte ist ein großes, einlaminiertes Blatt mit cartoonhaften Zeichnungen der Gerichte und Zutaten. Das könnte hilfreich sein, denn vor allem das Onigirazu – das sogenannte Sushi-Sandwich – ist hierzulande noch eine Seltenheit. Zuvor führte der Gastronom in derselben Lokalität das Restaurant Saiya, das nach eigenen Angaben seine Schwierigkeiten hatte. Das Omoi soll ein Neustart sein und folgt dem Konzept der japanischen „Kissaten“: Tee- und Kaffeehäuser, in denen es kleine Mahlzeiten gibt. Kein klassisches Frühstückscafé also. Wir müssen nicht lange suchen, bis wir uns für unser heutiges Mittagessen entscheiden: das Signature-Onirigazu mit Reis, Lachstatar, Tomago-Ei, Gurke, Avocado, und Salat in Nori-Blättern eingebettet. Für 7 Euro ein Schnapper! Genau wie das vegetarische Super Mario Onirigazu mit zweierlei Pilzen, Shoyu-Glaze und Miso-Butter. Dazu ein Hojicha (5,90 €) auf Eis sowie ein Strawberry Matcha (5,50 €). Die kommen nach kurzer Wartezeit, auch wenn ein Teil zunächst vergessen wird, das sehen wir in der Soft-Opening-Phase nach. Und siehe da: die Sushi-Sandwiches können was. Die Signature-Variante ist frisch, knackig und dank würziger Soße schön saftig. Die Pilze des Super Mario strotzen vor Umami und zergehen auf der Zunge. Auch die Getränke überzeugen: Der Matcha ist kaum bitter, das Erbeerpüree nicht zu süß – eine vollmundige Kombi. Auch hier ist der Preis mehr als fair, in Stuttgart haben wir schon deutlich teurere Varianten probiert, die qualitativ nicht mithalten konnten. Der Hojicha – ein japanischer, gerösteter Grüntee – ist wunderbar nussig, fast schokoladig. Das Einzige, das uns nicht ganz abholt: Das Tiramisu (6,50 €) zum Nachtisch – übermäßig sahnig und eindimensional. Die Auswahl der hausgemachten Süßspeisen soll noch erweitert werden, unter anderem durch Ube-Spezialitäten, Matcha-Cheesecake, Dubai-Mochi, Mille-Crêpe-Variationen und Soufflé-Pancakes. Vanessa Wagner.