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Eine Tafelrunde am Abgrund — Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Die Uraufführung des Musiktheaters „Yum!“ der österreichisch-chinesischen Komponistin und Medienkünstlerin Wen Liu im Rahmen der Bregenzer Festspiele wurde mit Spannung erwartet. Angekündigt war ein immersives und innovatives Musiktheater, das virtuelle, digitale und reale Wahrnehmungsebenen miteinander verbindet und zueinander in Beziehung setzt. Bewusst überzeichnete Wen Liu das Geschehen vor dystopischem Hintergrund. So entwickelte sich auf der Werkstattbühne eine grell-satirische Show mit Ritualcharakter, in der alle Protagonist:innen zugleich als Archetypen des modernen Lebens verstanden werden konnten. Theatralisch und im Hinblick auf die Inszenierung mit seiner Camp- und Pop-Art-Ästhetik bot das etwa einstündige Werk gute Unterhaltung mit Tiefgang. In musikalischer Hinsicht wirkte „Yum!“ jedoch weniger überzeugend. Zwar begeisterten die hervorragenden Sängerinnen und Sänger, doch die Überlagerung vielfältiger musikalischer Stilmittel und Genres nivellierten sich gegenseitig.