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Manjula 📍 Hauptstätter Str. 148 in Stuttgart-Süd | LIFT Stuttgart

Töpferstudio nach neuem Konzept. Keramik kann man in Stuttgart gefühlt an jeder Ecke bemalen. Auch das Töpfern wird vielerorts angeboten, ob in Studios, der Volkshochschule oder Kulturzentren – wenn hier auch meist mit langen Wartelisten. Dass ein neues Töpferstudio in der Nähe des Marienplatzes aufgemacht hat, scheint daher erstmal unspektakulär. Doch bei den Plänen von Inhaberin Christiane Hawlik sperrt man lieber die Lauscher auf. Am 9. Mai feierte Hawlik die Eröffnung ihres nagelneuen Studios Manjula an der Hauptstätter Straße. Die Räume des ehemaligen Second-Hand-Ladens Stoffwechsel hat sie in Eigenregie umgebaut – hell und einladend, mit einem großen Holztisch, an dem in Zukunft bei Workshops zum Handmodellieren gewerkelt werden kann. Für die Schnupper- und Einsteiger-Kurse stehen vier Töpferscheiben parat. Auch im Programm: „Paint & Taste“ – Keramik bemalen mit Weinbegleitung. Die Idee kommt nicht von ungefähr, Hawlik war die letzten Jahre bei einem Weinhändler tätig. Grundsätzlich ist sie, was das Töpfern angeht, Quereinsteigerin. „Ich habe schon immer gern mit den Händen gearbeitet“, so Hawlik. Studiert hat sie allerdings Kulturwirtschaft. Das Interesse für das Material Ton kam während der Pandemie: „Ich habe mir über Ebay eine uralte Töpferscheibe gekauft. Danach saß ich nächtelang an der Scheibe.“ Mit Hilfe von Videoanleitungen und einem stetig wachsenden Interesse brachte sie sich das Handwerk bei. Sie töpferte erst zu Hause, dann in einer Gemeinschaftswerkstatt in Stuttgart-West und zuletzt im Gemeinschaftsatelier Pomelo in Bad Cannstatt, das sie mitgründete. Die zehn Mitglieder dort verwalten sich selbst und unterstützen sich gegenseitig. „Diesen Community-Gedanken wollte ich weitertragen“, so Hawlik und plant, auch ihr eigenes Atelier zu einem Gemeinschaftsort zu machen. Denn neben Workshops, Kursen und gelegentlichen Events soll hier in Zukunft ein Community Studio entstehen. Die Idee: Ab September soll man hier nach dem „Fitnessstudio-Prinzip“ ein- und ausgehen können. Mit Abo oder Zehner-Karte ist dann an sechs Tagen in der Woche für je circa 15 Stunden am Tag das eigenverantwortliche Töpfern möglich. Hawlik ist teilweise selbst vor Ort und sonst auf Rufbereitschaft. Voraussetzung ist das eigenständige Arbeiten mit Ton. Hawlik möchte hier die komplette Infrastruktur bieten: „Einen Rundum-Service sozusagen. Damit man sich selbst voll und ganz aufs Töpfern konzentrieren kann“, erzählt sie. Vor Ort gibt es alle benötigten Materialien wie Ton, Glasuren und Werkzeuge. Lediglich das Brennen der Keramik, das in einem speziellen Brennofen stattfindet, übernimmt sie selbst. „Eine eigene Werkstatt einzurichten ist viel Arbeit“, weiß Hawlik. „Ich glaube, dass das gemeinschaftlich einfach effizienter ist. Und schöner, weil du auf andere Menschen triffst, dich austauschen und unterstützen kannst.“ Vanessa Wagner.