Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte - Film ∣ Kritik ∣ Trailer – Filmdienst
In einem Haus an einem märkischen See spiegelt sich die wechselhafte deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts: Als der Besitzer das Grundstück aufteilt, zieht auf der einen Seite ein Architekt ein, der in der NS-Zeit und auch in der DDR Karriere macht, während sein Nachbar als jüdischer Fabrikant in den 1930er-Jahren vertrieben wird. Nach dem Krieg geht das Haus an die Familie einer Schriftstellerin, die den Nazi-Terror im Exil in Moskau überlebt hat. Die Adaption des gleichnamigen Romans von Jenny Erpenbeck ist betont originalgetreu, neigt aber zu übermäßigen Erklärungen und bleibt filmisch recht konventionell. Auch die drastischeren Aspekte der komplexen Vorlage werden dabei mit einer gepflegten Zurückhaltung behandelt, die den Film nicht gerade lebhaft macht.