KEB im Bistum Limburg: Und wenn die Wahrheit mich vernichtet
P. Richard Henkes - Ein Vorbild für unsere Zeit
Das Leben des mutigen Priesters Richard Henkes und sein Wirken im KZ Dachau ist das Thema der preisgekrönten Ausstellung „Und wenn die Wahrheit mich vernichtet…“.
Auf der Grundlage historischer Geschehnisse und überlieferter Briefe von Richard Henkes schildern die Illustrationen der als „Graphic Documentary“ gestalteten Ausstellung
beinahe filmisch seinen Weg vom unerschrockenen Priester, der sich mit Leidenschaft dem Nazi-Regime entgegenstellte bis hin zum „Märtyrer der Nächstenliebe“,
zu dem er wurde, nachdem er sich freiwillig ins Krankenrevier zur Pflege der an Typhus erkrankten Mithäftlinge meldete und schließlich selbst an Typhus starb.
Zeit seines Lebens hatte er die Alternative zum gottlosen NS-Regime gelebt, das er als menschenunwürdig empfand. Schon als junger Priester und Lehrer trat
Richard Henkes jeder Willkür und Unmenschlichkeit unerschrocken entgegen. Seine Predigten führten mehrfach zu Verhören bei der Gestapo und schließlich
ins KZ Dachau, wo er alsbald Pläne für die Zeit nach der Nazi-Herrschaft schmiedete, in der er sich besonders für die Aussöhnung von Tschechen und Deutschen einsetzen wollte.
Was an Pater Henkes so bemerkenswert ist und ihn für unsere Zeit zu einem leuchtenden Vorbild an wahrhaft christlicher Leidenschaft macht, ist seine Geradlinigkeit,
seine Unerschrockenheit, seine Unbeugsamkeit, mit der er sich dem nationalsozialistischen Regime entgegenstellte, weil er es als menschenunwürdig und nicht vereinbar
mit christlichen Werten empfand. Jeder Mensch war für ihn Bruder und Schwester. Fremde gab es für ihn nicht, nur Geschwister. Wenn wir uns heute Gedanken um das
christliche Menschenbild machen – an Pater Henkes können wir es lernen.
Im September 2019 wurde der aus dem Westerwald stammende Pallottiner-Pater Richard Henkes im Limburger Dom selig gesprochen.
Herzliche Einladung auch zu den Veranstaltungen im Rahmenprogramm der Ausstellung:
Freitag, 04.09., ab 19:00 Uhr: Vernissage mit Einführung durch den Kurator der Ausstellung, Martin W. Ramb (Limburg). Musik: Duo Heinz Reichert
Anschließend Rundgang, Gelegenheit zu Gespräch und Austausch - Eintritt frei
Sonntag, 13.09., ab 17:00 Uhr: „Nie wieder ist jetzt! – Konzert für Demokratie und Courage“ mit dem Vokalensemble Sankt Michael
(Ltg. Armin Kopp und Gunda Trickl, Klavier) und Esther Groß, Sopran und Harfe, sowie „Ohly’s Streichquartett“
Anschließend Nachklang, Gelegenheit zu Gespräch und Austausch - Eintritt frei
Donnerstag, 17.09., ab 19:00 Uhr „Das christliche Menschenbild in der Politik“ –
Mit Susanne und Uwe Serke, beide langjährige gewählte Mandatsträger in Stadt und Land. – Gelegenheit zu Diskussion und Meinungsaustausch - Eintritt frei
Montag, 21.09., ab 19:00 Uhr: Buchvorstellung und Lesung - Der Wiesbadener Autor Peter Neumaier liest aus seinem neuen Buch
„Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir weiterleben werden!“ und berichtet an Hand von Briefen seines Onkels über das unmenschliche System der NS-Zwangsarbeitslager.
– Anschließend Gelegenheit zum Gespräch mit dem Autor und Meinungsaustausch - Eintritt: 5 Euro.