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DU864 – David Bowie

Mr. Showman Von Oliver Prange David Bowie starb am 10. Januar 2016, zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag und der Veröffentlichung seines letzten Albums Blackstar. «Er war der begabte Musiker, der zeitlebens mit der Inbrunst kämpfte, mit der Naturgewalt einer Musik, für die er eigentlich zu intellek­tuell war», schreibt Autor Andrian Kreye. Im Jahr 2003 stellte das damalige Du-Team unter Chefredaktor Christian Seiler, Art-Director Wendelin Hess und Beat Müller sowie Bildredaktor Andreas Wellnitz eine David-Bowie-Ausgabe mit 22 verschiedenen Titelbildern (Seite 4/5) zusammen, weil es ihnen unmög­lich war, den Popstar mit nur einem exemplarischen Foto zu zeigen. Das Heft ist seit Langem vergriffen. Wir legen es heute neu auf, aktua­lisiert und neu gestaltet. Andrian Kreye besuchte Bowie damals im New Yorker Viertel SoHo, im 60 Thompson, jenem New Yorker Hotel, in dem New Yorker absteigen würden, wenn sie nicht in New York lebten. «Es war nicht leicht, Bowie an diesem Nachmittag auf Gesprächskurs zu halten. Reportergeschichten aus Krisenländern fand er interessanter als seine eigenen. Es ging dann um Kunst. Um den Nahen Osten.» Bowie öffnete die Türe zur Suite selbst. Er trug Turnschuhe, eine knittrige, olivgrüne Hose, ein ausgewaschenes schwarzes T-Shirt. Mit seinem drahtigen Yogakörper federte er durch den Raum. «Das Gespräch driftete ständig zu seiner zweiten Leidenschaft, der Kunst», schreibt Kreye. Er erzählte von Meret Oppenheim, Balthus, Clive Barnes und Matthew Barney. Dann wurde Bowie krank. In seinen letzten Jahren trat er nur noch selten auf. Ein paar wenige öffentliche Auftritte hatte er noch bis 2007. Er erschien nicht einmal mehr zur Eröffnung der grossen Ausstellung über ihn im Victoria and Albert Museum. Trotzdem blieb er kreativ. Am 8. Januar dieses Jahres erschien das neue Album Blackstar, das er mit New Yorker Jazzmusikern aufgenommen hatte. Der Videoclip zu Lazarus wurde veröffentlicht. «Look up here, I’m in heaven», sang Bowie zu Beginn des Songs, in einem Totenbett liegend. Tage später erreichte Blackstar als erstes Bowie-Album überhaupt den Spitzenplatz der amerikanischen Billboard 200 Charts. Weltstars wie Madonna oder Bruce Springsteen zollten Bowie an Konzerten oder, so etwa Kate Bush, in öffentlichen Nachrufen Tribut. Und in Belgien widmeten Astronomen Bowie eine eigene Sternenkonstellation. Diese zeichnet den Blitz nach, mit dem sich Bowie auf dem Album Aladdin Sane verewigt hat. «Mr. Showman», wie er sich selbst gern mit Ironie nannte, leuchtet weiterhin am Pop-Firmament.