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Filmpodium: North by Northwest

Er habe einen Job als Werbefachmann, eine Sekretärin, eine Mutter, zwei Ex-Frauen und mehrere Barkeeper, die sich auf ihn verlassen würden, und habe deswegen nicht vor, sich jetzt umbringen zu lassen: Mit dieser schlüssigen Rede versucht Roger Thornhill – gespielt von Cary Grant; niemand könnte dieses Plädoyer mit mehr schalkhaftem Charme vortragen als er –, seine Entführer davon zu überzeugen, von ihm abzulassen. Die Schergen halten ihn aber für einen CIA-Agenten und denken nicht daran. Sie jagen Thornhill auch nach gelungener Flucht weiter, quer durch die USA, wenn’s sein muss mit einem Flugzeug durch die öden Landschaften des Midwest oder über die teilnahmslos ins Land schauenden Köpfe der amerikanischen Präsidenten am Mount Rushmore. Hitchcock inszeniert eines seiner Lieblingsthemen, das des unschuldig Beschuldigten, mit einer solchen künstlerisch-handwerklichen Brillanz, dass viele North by Northwest zusammen mit Vertigo als Höhepunkt seiner Hollywoodkarriere ansehen. Und ganz nebenbei stellt er die nicht nur damals brisante Frage, wie weit der Staat von Geheimdiensten unterwandert ist und dabei nicht davor zurückschreckt, das Leben eines Individuums für grössere Ziele zu opfern. (tb)