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Deutschlandfunk wehrt sich gegen Kritik an Programmreform. | turi2

Kein Flachfunk: Der Deutschlandfunk verteidigt seine geplante Programmreform ab Ende November gegen Kritik aus der Belegschaft und vom Publikum. Fachmagazine fallen zugunsten thematisch gemischter Programmstrecken weg, insbesondere Freie fürchten um Aufträge. Deutschlandradio-Programmdirektorin Jona Teichmann (Foto) stellt gegenüber "epd Medien" klar, die Reform sei "kein Sparprogramm", sondern solle "die Redaktionen entlasten und die Qualität des Programms sichern". Es gehe darum, Radio und Digitales besser zu verzahnen. "Wir haben kein Interesse daran, ein Mainstream-Programm zu werden", sagt sie. Wichtig sei ihr, dass auch in Zukunft "abseitige Themen" im Programm vorkommen. Kultur-Hauptabteilungsleiter Matthias Gierth betont, die Reform sei für den Deutschlandfunk "so wichtig wie unumgänglich". Auch wenn die Hörerzahlen "seit Jahren sehr gut sind, können wir nicht die Augen vor der Realität verschließen". Viele der Hörerinnen und Hörer seien älter, man müsse aber "auch für die nachfolgenden Generationen ein qualitativ hochwertiges, attraktives Programm machen". Zu wichtigen Tageszeiten bleibe der Deutschlandfunk "weit unter seinen Möglichkeiten". Chefredakteurin Susanne Schwarzbach kritisiert bei der Vorstellung der Reform in Berlin, dass in der Debatte "zu viel darüber geredet" werde, "was vom Bisherigen erhalten bleibt" und "was eventuell vielleicht komplett wegfällt". Zu selten werde hingegen gefragt: "Was kommt hinzu, was wird ein Gewinn, eine Verbesserung sein?", berichtet Stefan Fischer in der "Süddeutschen Zeitung". Bettina Schmieding, die beim DLF den Bereich Wissen und Dialog verantwortet, berichtet laut "SZ" davon, dass die Aufbruchstimmung in der Redaktion deutlich verbreiteter sei als die Skepsis. Die Sendung "Hintergrund" behandelt werktags in drei halbstündigen Ausgaben vertiefende Themen. Die Nachrichten zur vollen Stunde dauern künftig zehn Minuten. In den Informationssendungen soll es pro Woche 35 "Rechercheplätze" für die Fachredaktionen geben. Die neue Sendung "Deutschlandfunk am Abend" soll künftig von Montag bis Donnerstag jeden Tag von einer anderen Fachredaktion gestaltet werden. Das Format "Im Dialog" erhält mehr Sendezeit und eine eigene Redaktion. medien.epd.de, sueddeutsche.de (€), deutschlandradio.de (Fotos: Deutschlandradio / Jann Höfer, Simon Detel; Montage: turi2)