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Nuhr ein Missverständnis? Dieter Nuhr weist nach Kritik Vorwurf der Verharmlosung von Femiziden zurück. | turi2

Kabarettist Dieter Nuhr verteidigt sich gegen den Vorwurf, in seiner Sendung "Nuhr im Ersten XXL" Morde an Frauen verharmlost zu haben. Nuhr hatte gesagt, es gebe in Deutschland jedes Jahr etwa 300 bis 350 Frauenmorde und ergänzt: "Natürlich sind das 300 bis 350 zu viel, das ist doch keine Frage. Aber es gibt in Deutschland zig Millionen Männer: Die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, ist praktisch null." Als Pointe hatte Nuhr draufgesetzt: "Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr einmal kennenlernt." Kritiker sehen darin eine Täter-Opfer-Umkehr und werfen ihm vor, er benutze getötete Frauen für einen Witz und befeuere mit seinen Aussagen Hass gegen Frauen. Im "Welt"-Interview sagt Nuhr, Medien würden einzelne Textzeilen aus dem Zusammenhang reißen und zum Skandal aufblasen. Er sei seinen Text vom Auftritt erneut durchgegangen und habe "nicht gefunden, was mir vorgeworfen wird". Es gebe in seinem Text "natürlich weder eine Täter-Opfer-Umkehr noch eine Rechtfertigung von Frauenmorden", sagt Nuhr. Er beobachte starken Zuspruch auf Social Media und in Gesprächen auf der Straße, verlasse sich aber letztlich auf sein eigenes Urteil und das seines engen Umfeldes: "Meine Frau und meine Freunde schauen schon sehr kritisch auf meine Arbeit und sagen mir auch, wenn ich Mist erzählt habe. Das ist mir sehr wichtig." Seine erste Wahrnehmung, "dass alle gegen mich sind", sei "oft nur eine optische Täuschung". welt.de (€), t-online.de (Foto: IMAGO / BREUEL-BILD)