Filmpodium: The Birds
«Chaos, entwickelt aus der zusammengeräumten Oberfläche bürgerlichen Alltags. Übersichtliche Einstellungen, klar komponiert mit grünsilbrigen Wolkenhimmeln. Die Farben scheinen gefroren. Und aus einer ruhigen Totale stösst eine einzelne Möwe wie ein Pfeil auf das Boot in der Bucht von Bodega Bay herab, um an Tippi Hedrens weisser Stirn ein Mal aus rotem Blut zu hinterlassen. Ein Film, aufgebaut wie eine musikalische Komposition. Mit etwas klein beginnen, es grösser werden lassen, dabei verändern und umkehren. Etwa so: Aus zwei Edelsittichen (‹love birds›), eingesperrt in einem Käfig in Tippi Hedrens Hand, werden Heerscharen von Vögeln, die ein Haus belagern, in dem Miss Hedren und andere Vertreter des Menschengeschlechts wie in einem Käfig festsitzen. Oder: Ein einziger Vogel greift einen Menschen an. Das Motiv steigern, es von einigen Musikern forte, von vielen fortissimo, von den meisten crescendo, im Finale von allen am eindringlichsten spielen lassen, nämlich piano pianissimo.» (Harry Tomicek, Österreichisches Filmmuseum, Jan 2008)