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Filmpodium: Ju-On: The Grudge

Ein unscheinbares Haus am Rande Tokios wird zum Ursprung eines Fluchs, der all jene heimsucht, die mit ihm in Berührung kommen. In sechs miteinander verschränkten Kapiteln entwirft Takashi Shimizu eine nicht lineare Chronik des Schreckens, in der Zeiten, Perspektiven und Schicksale unauflöslich ineinandergreifen. Der erste Kinofilm der Reihe führt die Tradition des japanischen Onryo, die eines rachsüchtigen Geistes, fort und verdichtet den aus gewaltsamem Tod und tiefem Groll erwachsenen Fluch zu einer allgegenwärtigen, unaufhaltsamen Präsenz. (lb) «Shimizu, der im Abspann seine Mentoren von der Tokyo Film School, Kiyoshi Kurosawa und Hiroshi Takahashi – den Regisseur von Cure und den Drehbuchautor von Ring – würdigt, etabliert von Beginn an eine Atmosphäre latenter Bedrohung. Aus scheinbar naturalistischen Szenen lässt er das Unheimliche an den Rändern des Bildes aufscheinen, ehe es sich dem Blick erneut entzieht; ein verstörender Soundtrack steigert die Beklemmung zusätzlich. Schliesslich rückt er das Grauen unvermittelt ins Zentrum des Bildes und setzt sich damit über die klassische Horrorregel hinweg, wonach das Unsichtbare schrecklicher sei als das Sichtbare. (…) Der Film ruft jene aufgeregte Spannung wach, die viele erste Begegnungen mit dem Horrorkino prägt – die eigentümliche Verbindung von Faszination und Schrecken, die entsteht, wenn man sich etwas aussetzt, für das man sich noch nicht ganz bereit fühlt.» (Rob Daniel, fareastfilms.com, 2.4.2015)