Fachkraft für Inklusion in der Kita
Um allen Kindern Teilhabe, faire Chancen und bedarfsgerechte Entwicklungsbedingungen zu ermöglichen, braucht es eine inklusive Perspektive auf jedes einzelne Kind, die es mit all seinen individuellen Merkmalen und Erfahrungen wahrnimmt. Der pädagogische Umgang mit Heterogenität in den Gruppen und die adäquate Förderung aller Kinder erfordert von pädagogischen Fachkräften daher neben konkretem Fachwissen und spezifischen Methodenkenntnissen auch eine besondere Haltung.
Die Freie Wohlfahrtspflege NRW, das LVR-Landesjugendamt Rheinland und das LWL-Landesjugendamt Westfalen-Lippe haben daher gemeinsam inhaltliche und strukturelle Qualitätskriterien für eine entsprechende Weiterbildung definiert. Diese sind im Qualitätsrahmen zur Qualifizierung von Fachkräften in Kindertageseinrichtungen für das „Kompetenzprofil Inklusion“ festgehalten.
Dieser Kurs setzt diesen Standard um und entspricht den Voraussetzungen des Qualitätsrahmens.
Er besteht aus vier thematischen Modulen, die Sie in abwechslungsreichen Lernformaten absolvieren. Sie lernen in einem Wechsel aus Präsenz- und Online-Terminen sowie ansprechend aufbereiteten E-Learning-Sequenzen. Innerhalb kleiner Transferaufgaben übertragen Sie Ihre Erkenntnisse in die Praxis. Zwei Expert*innen aus unterschiedlichen Feldern inklusiver Pädagogik bearbeiten mit Ihnen die unterschiedlichen Schwerpunkte des Themenkomplexes. Im letzten Modul legt dieser Kurs den Schwerpunkt auf vielfältige familiäre Lebenswelten von Kindern und armutsbedingten Benachteiligungen von Familien.
Inhalt:
Modul 1: Inklusive Grundlagen kennen
Dieses Modul umfasst insgesamt 20 Unterrichtsstunden à 45 Minuten und besteht aus zwei Präsenztagen (16 Unterrichtseinheiten) und einer E-Learning- Einheit (4 Unterrichtseinheiten).
Der Inklusionsbegriff- von der Exklusion zur Inklusion
Historische Entwicklungen und Meilensteine
Rechtliche Rahmenbedingungen und gesetzliche Grundlagen
Selbstbestimmung, Partizipation und Teilhabe von Kindern
Biographiearbeit und Perspektivwechsel
Inklusionshemmende und – fördernde Faktoren
Erkennen von und Umgang mit Barrieren
Modul 2: Eine inklusive Kultur entwickeln
Dieses Modul umfasst insgesamt 40 Unterrichtsstunden à 45 Minuten und besteht aus zwei Präsenztagen (16 Unterrichtseinheiten), einem Online-Seminar (4
Unterrichtseinheiten) und E-Learning- Einheiten mit kleiner Transferaufgabe (20 Unterrichtseinheiten)
Bio- psychosoziales Modell
Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF)
Förder- und Teilhabeplanung verstehen und anwenden
Inklusives Selbstverständnis und ressourcenorientierte Perspektive
Inklusive Arbeit in heterogenen Gruppen
- Inklusive Kultur im Sozialraum „Kita“ mit abzustimmender, bedarfsorientierter Schwerpunktsetzung (z.B. Kinder mit Autismus in der Kita, Kinder mit herausforderndem Verhalten)
Modul 3: Inklusive Praxis leben
Dieses Modul umfasst insgesamt 20 Unterrichtsstunden à 45 Minuten und besteht aus einem Präsenztag (8 Unterrichtseinheiten), einem Online-Seminar (8 Unterrichtseinheiten) und einer E-Learning- Einheit (4 Unterrichtseinheiten)
Inklusiver Sozialraum
Prinzipien der Sozialraumorientierung
Methoden der Sozialraumarbeit
Kooperation mit Akteur*innen im Sozialraum (Frühförderung, Therapeut*innen, und andere)
Multiprofessionelle Teams und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Eltern als Partner*innen in inklusiven Bildungsprozessen
Rechtliche Grundlagen der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft
Inklusive Willkommenskultur
- Index für Inklusion
Modul 4: Vielfältige Lebenswelten
Dieses Modul umfasst insgesamt 20 Unterrichtsstunden à 45 Minuten und besteht aus zwei Präsenztagen (16 Unterrichtseinheiten) und einer E-Learning- Einheit (4 Unterrichtseinheiten).
Mögliche, vertiefende Inhalte im Rahmen der abzustimmender, bedarfsorientierter und individueller Schwerpunktsetzung:
Interkulturelle Dimensionen von Inklusion (Migration und Kulturbegriff, Kulturelle Dimensionen in der pädagogischen Arbeit)
• Sprachentwicklung und Inklusion (Sprachbildung und Sprachförderung, Mehrsprachigkeit)
• Armutsbedingte Aspekte von Inklusion (Dimensionen von Kinderarmut, Armutssensibilität und Resilienz von Fachkräften)