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"Zeit" legt Rechtsmittel gegen Sicherstellung von Material ein. | turi2

Zeit für Gegenwehr: Die "Zeit" hat nach der Sicherstellung von Interview-Aufnahmen aus dem Podcast "House of Block" von Journalistin Anne Kunze Rechtsmittel gegen die Maßnahme eingelegt. Es sei sowohl eine Beschwerde eines Rechtsanwalts des Verlags als auch eines Anwalts der Journalistin per Mail eingegangen, sagt eine Sprecherin des Landgerichts Hamburg. Derweil widerspricht Chefredakteur Giovanni di Lorenzo der Darstellung des Gerichts, Kunze habe die Aufnahmen freiwillig herausgegeben: "Wir sind stark unter Druck gesetzt worden: Mit der Übergabe konnten wir eine Durchsuchung abwenden und immerhin vermeiden, dass noch viel mehr Unterlagen und Material beschlagnahmt werden", sagt er der dpa. "Spiegel"-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit spricht den "Zeit"-Kollegen die "volle Solidarität des 'Spiegel'" aus und erinnert an die "Spiegel"-Affäre von 1962, als Polizisten "aus mehr als zweifelhaften Gründen" die Redaktionsräume durchsuchten und Herausgeber Rudolf Augstein verhafteten. Kurbjuweit mahnt: "Wir müssen die Freiheit der Presse achten und verteidigen, wenn uns unsere liberale Demokratie lieb ist." "Süddeutsche"-Journalist Ronen Steinke nennt das Vorgehen von Justiz und Polizei "grob unverhältnismäßig" und hofft, dass es "schnell für rechtswidrig erklärt" werde. Wenn es zur Regel würde, dass sich Ermittler einfach mit einem Durchsuchungsbeschluss an den Recherchen von Journalisten bedienen könnten, "dann bräche ein Damm. Die Pressefreiheit würde hinweggespült". Damit würde "die wichtigste Grundlage der investigativen Recherche zerstört. Das Vertrauen von Informanten". Kontra kommt dagegen von "FAZ"-Medienredakteur Michael Hanfeld, der zur Debatte stellt, ob die "Zeit" mit dem Block-Podcast "nicht gegen die Richtlinien des Pressekodex verstößt, der Zurückhaltung im Umgang mit Minderjährigen und insbesondere mit minderjährigen Verbrechensopfern" verlange. "Wer hier im Brustton der Eindeutigkeit 'Angriff auf die Pressefreiheit' ruft, sollte darüber zumindest einmal nachdenken. 'True Crime' heiligt solche Mittel mitnichten." handelsblatt.com (Beschwerden), n-tv.de (di Lorenzo), spiegel.de (€, Kurbjuweit), sueddeutsche.de (€, Steinke), faz.net (€, Hanfeld), turi2.de (Background) (Foto: IMAGO / STEINSIEK CH)

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