Filmpodium: L’homme sur les quais
Haiti, Anfang der 60er-Jahre: Vom Balkon ihres Elternhauses beobachtet die achtjährige Sarah, wie ihr Onkel von den paramilitärischen «Tontons Macoutes» brutalst misshandelt wird. Bald darauf fliehen Sarahs Eltern aus Haiti; die Kinder verstecken sie bei ihrer Grossmutter. Umgeben vom alltäglichen Terror erschafft sich Sarah ihre eigene heile Welt, die der furchterregende Ortskommandant Janvier jederzeit zu zerstören droht. Dreissig Jahre später erinnert sich Sarah zurück: an den Tag, an dem sie mit der Pistole ihres Vaters in der Tasche zum Strand radelte, und an den Mann am Quai. (lf)
«Nicht die grossen Ereignisse, nicht der grosse politische Lärm interessieren Peck. Er konzentriert sich auf die kleinen Gesten der Protagonist:innen im sonnendurchfluteten und staubigen Dorf seiner Handlung. Der Blick des Kindes, der hier vor allem der Blick des Mädchens auf die Strasse, ins Freie, in die nächste Welt draussen vor der Tür ist, ist gleichzeitig auch der Blick, der das Leben des Kindes verändern wird, denn da draussen spielen sich Dinge ab, die es so leicht nicht verarbeiten kann und will.» (Walter Ruggle, trigon-film)