Litterarische Mittwochsgesellschaft I – Sprachgesellschaften des Barockzeitalter
Fruchtbringende Gesellschaft (Palmenorden) Deutschgesinnete Genossenschaft Pegnesischer Blumenorden Elbschwanenorden Aufrichtige Tannengesellschaft
Die älteste u. angesehenste der S. war die »Fruchtbringende Gesellschaft«, 1617 als fürstlich-adlige Sozietät gegründet, aber auch bürgerl. Gelehrten u. Dichtern zugänglich. Das Sinnbild war der Indianische Palmbaum mit dem Spruch »Alles zu Nutzen«. Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen (»der Nährende«) war ihr erstes Oberhaupt. Selber Mitgl. der Florentiner Accademia della Crusca (21. 7. 1600), orientierte er sich am ital. Vorbild. Unter seiner verantwortungsbewußten Leitung wuchs die »Fruchtbringende Gesellschaft« rasch. Nach Ludwigs Tod (1650) übernahm Herzog Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar (»der Schmackhaffte«) dessen Amt. Unter Herzog August von Sachsen (er stand der Gesellschaft 1667 bis 1680 vor) setzte der Niedergang ein. Unter den insg. fast 900 Mitgliedern findet man Johann Valentin Andreae, Anton Ulrich von Braunschweig-Lüneburg, Sigmund von Birken, Augustus Buchner, Andreas Gryphius, Harsdörffer, Friedrich von Logau, Johann Michael Moscherosch, Martin Opitz, Rist, Schottelius, Kaspar Stieler, Johann Wilhelm von Stubenberg, Diederich von dem Werder, Zesen.
Killy Literaturlexikon
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