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Die Klänge majestätischer Tropennächte im Rothers Park in Bad Berneck | Koschyk unterwegs

Dr. Gregor Aas, Wolfram Ster, Constantin Strobel, Bürgermeister Christof Seidel und Hartmut Koschyk (v.l.) freuen sich über eine gelungene Humboldt-Veranstaltung im Rothers Park in Bad Berneck. Nach einigen Jahren der Unterbrechung lud das Alexander von Humboldt Kulturforum-Franken wieder in den wunderschönen Dendrologischen Garten (Rothers Park) der Stadt Bad Berneck ein. In diesem Jahr fand hier die literarisch-musikalische Lesung „… die stille Majestät jener Tropennächte“ statt, die vor der eindrucksvollen Kulisse von Wolfram Ster rezitiert und von Constantin Strobel an der Gitarre begleitet wurde. Bei sommerlichem Wetter fanden sich interessierte Gäste im Rothers Park ein, direkt neben dem historischen Bergwerk „Beständiges Glück“, das auch Alexander von Humboldt während seiner Jahre in Franken besucht hatte. Die mit der Humboldt-Rose anlässlich des 250. Geburtstages des Universalgelehrten im Jahr 2019 angelegte „Rosengasse“ im Rothers Park in Bad Berneck. Christof Seidel, Erster Bürgermeister der Stadt Bad Berneck, hieß die Anwesenden herzlich in diesem „Kleinod“ willkommen und betonte die Bedeutung des Parks als Ort, der Natur und Kultur miteinander verbindet. Er bekräftigte, dass der Dendrologische Garten dem Kulturforum auch weiterhin gerne als Veranstaltungsort zur Verfügung stehen wird und bedankte sich beim Bauhof der Stadt Bad Berneck für die Instandhaltung des Gartens und die Unterstützung bei der Veranstaltung. Der Pavillon im Rothers Park in Bad Berneck war ein hervorragender Aufführungsort für die Humboldt-Veranstaltung. Hartmut Koschyk, erster Vorsitzender des Alexander von Humboldt-Kulturforums Franken e.V., dankte Bürgermeister Seidel und dem Bauhof der Stadt Bad Berneck für die Bereitstellung des wunderbaren Parks und die technische Unterstützung. Auch dem Bernecker Stadtrat Harry Kröhn dankte Koschyk, da dieser als Nachbar des Rothers Parks den Strom zur Verfügung gestellt hatte. Er freute sich über die Gelegenheit des Kulturforums, wieder eine Veranstaltung im Dendrologischen Garten durchführen zu dürfen. Dieser sei nicht nur wegen seiner besonderen, lauschigen Atmosphäre ein außergewöhnlicher Veranstaltungsort, sondern auch wegen seiner Verbindung zu Humboldt. In vorbildlicher Weise wird im Rothers Park in Bad Berneck an Alexander von Humboldts Aufenthalt dort erinnert. Das unmittelbar angrenzende Bergwerk „Beständiges Glück“ war Teil des Bergamts Goldkronach, in dem Humboldt von 1792 bis 1796 als preußischer Beamter tätig war. Im Oktober 1796 führte Humboldt dort einen seiner Selbstversuche durch und begab sich dafür in Gänge mit schlechtem Wetter, um zwei seiner Erfindungen zu testen: Ein Respirationsgerät für die schlechte Grubenluft und einen Lichterhalter, der den Sauerstoffgehalt der Luft anzeigte. Dabei fiel er in Ohnmacht und musste von seinem Begleiter Killinger gerettet werden. Im Nachhinein konnte er aber feststellen, dass sein Feuererhalter funktionstüchtig war und noch immer brannte. Das „Mundloch“ (der Eingang) zum Bergwerk „Beständiges Glück“ im Rothers Park in Bad Berneck, wo Alexander von Humboldt am 13. Oktober 1796 beim Selbstversuch seines „Lichterhalters“ fast sein Leben gelassen hätte. Die literarisch musikalische Lesung, die bereits letztes Jahr im Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth aufgeführt wurde, widmete sich Humboldts Jahren nach seiner Zeit in Franken: Seiner weltberühmten Lateinamerikareise von 1799 bis 1804. Wolfram Ster, Mitglied der Studiobühne Bayreuth, der in diversen Theaterstücken bereits selbst in die Rolle Humboldts geschlüpft ist, ließ den Naturforscher mit ausgewählten Originaltexten, unter anderem aus persönlichen Briefen oder Passagen aus Humboldts „Reise in die Äquinoktial-Gegenden des neuen Kontinents“, selbst zu Wort kommen. Er führte das gebannte Publikum zusammen mit Humboldt von Frankreich über den Atlantik nach Südamerika, auf dem Orinoko durch die farbenfrohen Regenwälder bis auf den Gipfel des Chimborazo. Dabei wurden Humboldts Sehnsucht nach der Ferne, sein Staunen vor der fremden Natur und seine Ehrfurcht gegenüber den mächtigen Naturgewalten für das Publikum fühlbar. Wolfram Ster bot wieder eine eindrucksvolle Lesung aus Alexander von Humboldts Texten während seiner Lateinamerikanischen Reise. Begleitet wurde er dabei von Constantin Strobel, der an der Hochschule für Musik Würzburg erfolgreich ein Bachelorstudium im Instrument Gitarre abgeschlossen hat und sich zurzeit im Masterstudium befindet. Mit Werken von Miguel Llobet, Leo Brouwer und Manuel María Ponce untermalte er Humboldts 24.000 Kilometer lange Reise auf eindrucksvolle Weise und schuf eindrückliche Stimmungsbilder, die die fesselnde Rezitation von Wolfram Ster wunderbar ergänzten. Constantin Strobel hat ebenso anspruchsvolle wie zur Lesung passende Konzertstücke für klassische Gitarre ausgewählt und bot dies meisterhaft dar. Im Anschluss bedankte sich Hartmut Koschyk bei den beiden Künstlern für ihre ausgezeichnete Darbietung. Abschließend lud er das Publikum zu einer Führung durch den Dendrologischen Garten ein, die von Dr. Gregor Aas, dem früheren Direktor des Ökologisch Botanischen Gartens Bayreuth, geleitet wurde. Somit klang der stimmungsvolle Abend zwischen Bäumen und Pflanzen aus aller Welt aus. Dr. Gregor Aas, der langjährige Leiter des Botanischen Gartens der Universität Bayreuth, führte ebenso kompetent wie unterhaltsam durch den Rothers Park in Bad Berneck.

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