Grml 2026.04 aktualisiert Pakete und tauscht Bootmanager - LinuxCommunity
Das Live-System Grml fokussiert sich auf „die Bedürfnisse“ von Administratoren und hilft etwa mit passenden Werkzeugen bei der Datenrettung. Die aktualisierte Fassung 2026.04 betreibt zwar hauptsächlich Produktpflege, ändert aber auch ein wenig den Startprozess. Auf Geräten mit BIOS startet ab sofort GRUB2 das Live-System. In älteren Grml-Versionen leitete noch ISOLINUX den Bootvorgang ein. Dieser Wechsel hat Folgen für alle, die Grml über das dafür vorgesehene Tool „grml2usb“ auf einem USB-Stick installieren möchten: Erst dessen Version 0.20.13 ist dazu fehlerfrei in der Lage. Der sollte man zudem nicht mehr den Parameter „–syslinux“ übergeben. grml2usb 0.20.13 ist Teil von Grml 2026.04 und delegiert neuerdings seine Aufgaben an das Tool „xorriso“ anstelle von „mkisofs“ beziehungsweise „genisoimage“. Grml selbst basiert auf den Paketen von Debian Testing beziehungsweise Forky, die die Entwickler im April aus den entsprechenden Repositories geholt haben. Im Hintergrund arbeitet der Kernel 6.19.13. Auf der Kommandozeile spricht Grml eigentlich standardmäßig Englisch. Bislang gab es allerdings zwei Ausnahmen: Die Umgebungsvariablen LC_TIME und LC_COLLATE enthielten den deutschen Sprachstring „de_AT.UTF-8“. Nachdem einige Benutzer über diese Konfiguration stolperten, änderte das Grml-Team dies nun in der aktuellen Version. Während dort LC_COLLATE nicht mehr gesetzt ist, enthält LC_TIME standardmäßig „en_DK.UTF-8“. Die übrigen Änderungen betreffen die hauseigenen Werkzeuge. Das Debian System Install Tool „grml-debbootstrap“ unterstützt zwar neuerdings den Raspberry Pi als Ziel, im Gegenzug aber nicht mehr Debian 11. Darüber hinaus verwendet das Werkzeug „dhcpcd-base“ anstelle vom „isc-dhcp-client“. Der Terminal-Server „grml-terminalserver“ versteht sich alternativ mit dem DHCP-Server dnsmasq und ist auch in der ARM64-Fassung von Grml enthalten.