Herkuleskeule - Wolfgang Schaller verabschiedet sich von der Bühne - Mit drei ausverkauften Veranstaltungen geht in der Herkuleskeule eine Ära zu Ende. Mit vielen Weggefährten und einem minutenlang ap...
Dieser 18. Oktober 2026 ist tatsächlich ein historisches Datum; für die Herkuleskeule und das deutsche Kabarett. Mit Wolfgang Schaller verabschiedete sich eine tatsächliche Kabarett-Legende von der Bühne. Nach 56 Jahren politischem Kabarett in der "Keule", die er geprägt hat wie kein anderer. Nach über 60 Kabarett-Programmen, die auf fast allen Bühnen der DDR gespielt wurden - und auch nach der politischen Wende hat Wolfgang Schaller immer am politischen Kabrett festgehalten, hat sich nicht auf den einfachereren Weg der leichten Unterhaltung eingelassen. "Es sind seine Schultern, auf denen die Herkuleskeule all die Jahre stand", sagte sein Sohn Philipp Schaller nach der letzten Vorstellung seines Vaters im Kabarettkeller im Kulturpalast. "Er wird fehlen; dem Publikum und der Herkuleskeule", schob er nach. Philipp Schaller ist mittlerweile in Wolfgang Schallers Fußstapfen getreten, ist der Künstlerische Leiter der "Keule". Einige Stücke seines Vaters werden natürlich auch weiterhin auf dem Spielplan stehen: "Tunnel in Sicht", "Verweile doch, noch bin ich schön!" und das kultige "Leise flehen meine Glieder", das schon weit über 2.000 Mal auf der Bühne zu erleben war ...
Das Publikum an diesem letzten Abend mit "Eh ich's vergesse" applaudierte stehend minutenlang. Auch viele Weggefährten waren dabei: unter anderem Wolfgang Stumph, Hans-Günther Pölitz von der Magdeburger Zwickmühle, Martin Buchholz, Gisela Oechelhaeuser oder auch Dresdens Wende-OB Wolfgang Berghofer.
Der wache politische Verstand Wolfgang Schallers wird aber auch weiterhin zu lesen und hören sein: In seinen Kolumnen in der "Sächsischen Zeitung" und natürlich aktualisiert er auch regelmäßig seine Programme für die Herkuleskeule. "Und doch wird es nun für Dich anders sein", wusste sein Sohn in seiner kurzen Rede.
Es war ein wunderbarer Abend, es waren so viele Hände, die Wolfgang Schaller schütteln konnte, so viele Gespräche, die bleiben werden. Und dieser 18. Oktober 2026 wird tatsächlich ein historisches Datum in der Keulen-Geschichte.