If Pigeons Turned to Gold - Film ∣ Kritik – Filmdienst
Eine Filmemacherin begleitet mit der Kamera ihren suchtkranken und obdachlosen Bruder, der an wechselnden Orten, aber immer in der Nähe von Mutter und Schwester lebt. Während sie den körperlichen und psychischen Verfall des mal freundlichen, mal aggressiven Mannes filmt, spricht sie auch ihre eigenen Fragen nach dem Verhältnis zum Bruder, Schuldgefühlen und der ethischen Legitimität ihrer Aufnahmen an. Das eindringliche Porträt einer Geschwisterbeziehung legt die Ambivalenz einer medial überformten Gegenwart offen, in der Sichtbarkeit Anerkennung verspricht, aber kaum Schutzräume kennt. Zugleich ist es durch hoch stilisierte Szenen im Stile von Social-Media-Clips wie auch durch teils radikale Unmittelbarkeit eine vielschichtige Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen filmischer Vermittlung.