Minotaurus (2026) - Film ∣ Kritik – Filmdienst
Anfang 2022 erhält der wohlhabende Besitzer einer russischen Transportfirma die staatliche Order, innerhalb einer Woche eine bestimmte Anzahl Angestellter für den Kriegsdienst in der Ukraine freizustellen. Zur gleichen Zeit erfährt er, dass seine Frau ihn betrügt; als er den Liebhaber zur Rede stellt, kommt es zu einer Affekttat. Das kühl inszenierte Drama verknüpft die Geschichte einer lieblos gewordenen Ehe mit einem angedeuteten Thriller, während der Krieg im Hintergrund als logische Konsequenz einer verunsicherten Gesellschaft erscheint, in der die moralischen Werte abhandengekommen ist. In präzise komponierten Cinemascope-Bildern beobachtet der Film ohne laute Szenen oder weitschweifige Dialoge die vor sich hinschwelende Anspannung und wahrt auch zur Eskalation nüchterne Distanz.