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Wikinger 📍 Schräggastro in Stuttgart-Mitte | LIFT Stuttgart

Zwei Blondinen gehen in eine Bar…. … aber nicht in irgendeine. Wer unser Schrägi-Format kennt (und liebt), weiß, dass die Schräggastros erst vor wenigen Monaten ihr 25-Jähriges feierten. Dafür haben wir das Format in der Januar-Ausgabe sogar mit einer ganzen Seite Nostalgie bejubelt. Nun feiert LIFT Jubiläum. Was läge da näher, als in jener Kultkneipe anzustoßen, in der vor 25 Jahren der Schrägi-Auftakt stattfand – und die erstaunlicherweise bis heute existiert: der Wikinger. „Vorweg eine Warnung: Ausgehen schadet Ihrer Unversehrtheit“, stieg die Redaktion damals ein. Das mag nach wie vor stimmen. Und trotzdem: Monat für Monat begeben sich LIFT-RedakteurInnen in „schräggastronomische Betriebe, die jeder kennt. Aber meist nur von außen.“ Bisweilen weitestgehend unversehrt. Der Wikinger „wo sich schweigende Trinker und trinkende Schweiger ein munteres Stelldichein liefern“ hat sich scheinbar kaum verändert. Rund ein Dutzend schweigende Männer-Köpfe drehen sich zu uns um, als wir vom Charlottenplatz U-Bahnsteig in die Tür fallen. Gut, zwei U30-Blondinen, die sich weder vor die Fußball-Glotze noch an einen Spielo setzen, fallen erstmal auf. Zwei Bier gibt’s aber trotzdem prompt von der herzigen Kellnerin serviert. Das Pils kostet zwar keine 5 Mark mehr wie vor 25 Jahren, hat aber sicherlich dieselbe Wirkung. Eine weitere Veränderung: Die Kneipe ist heutzutage sogar bereits ab 9 statt erst um 10 Uhr morgens geöffnet. Praktisch, so müssen auch Frühaufsteher nicht auf ihr Morgen-Bier verzichten. Während es auf der Das-Runde-muss-ins-Eckige-Bildschirmübertragung 0:0 steht, steht’s auf unseren Bierdeckeln 1:1 – Prost! Dass dazu Taylor Swift läuft, überrascht uns aber. Als sich mit Dua Lipa die nächste Pop-Queen anreiht, fragen wir uns, ob da nicht die Bedienung am Aux-Kabel ist. Und werden schnell eines Besseren belehrt – es ist SWR3. Es steht gerade 2:2, zumindest auf unseren Bierdeckeln, da unterbricht ein Mann sein Schweigen, und bestellt eine Weißweinschorle. „Ich bin dann mal eben im Biergarten“, ruft er, während er sich zum Außenbereich begibt. Besagter „Biergarten“ ist zwar kein Outdoorparadies, hat aber 1A-Lage fürs U-Bahn-Spotting. Humor haben die Herren. „It’s not what good girls do“, singt Katy Perry, als wir uns überlegen, ob heute noch das 3:3 fällt. Doch für uns heißt es: Abpfiff. Die Bedienung winkt uns herzallerliebst zum Abschied, wir besiegeln das Unentschieden mit einem Handschlag, und freuen uns, dass wir eine weitere Schrägi unversehrt überstanden haben. VAW.