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Atommüll für eine Million Jahre: Warum Deutschland noch immer kein Endlager hat

Fünf Jahre nach dem endgültigen Aus für Gorleben ist die Suche nach einem deutschen Endlager für hochradioaktiven Atommüll noch lange nicht abgeschlossen. Das ehemalige Erkundungsbergwerk in Niedersachsen war jahrzehntelang als möglicher Standort untersucht worden. 2021 wurde es endgültig stillgelegt. Grund waren unter anderem die ungeeigneten geologischen Bedingungen. Der Atommüll ist aus Gorleben allerdings nicht verschwunden. Dort gibt es weiterhin ein Zwischenlager. Dessen Genehmigung soll nach Angaben von SWR-Umweltredakteurin Katha Jansen um zunächst 20 Jahre verlängert werden. Auch andere deutsche Zwischenlager müssen länger genutzt werden als ursprünglich geplant. Endlagersuche läuft noch Jahrzehnte Aktuell befindet sich Deutschland bei der Endlagersuche in der ersten von drei Phasen. Rund ein Viertel der Landesfläche kommt noch grundsätzlich infrage. Ende 2027 sollen einige wenige Regionen für weitere Untersuchungen vorgeschlagen werden. Auch in Baden-Württemberg sind noch Gebiete im Rennen, unter anderem im Schwarzwald, östlich von Heidelberg und im Alb-Donau-Kreis. Rheinland-Pfalz ist dagegen inzwischen vollständig ausgeschieden. Nach derzeitigen Prognosen könnte die Suche bis in die 2070er-Jahre dauern. Das Bundesumweltministerium will das Verfahren deshalb beschleunigen. Unter anderem ist geplant, Erkundungen teilweise durch Horizontalbohrungen zu ersetzen. Deutschland ist damit deutlich langsamer als etwa Finnland: Dort soll Ende 2026 oder Anfang 2027 das weltweit erste Endlager für hochradioaktive Abfälle aus ziviler Nutzung in Betrieb gehen.