Springreiter holen Olympiaticket – Guerdat in Führung | PferdeWoche Online
Es war die Nacht der Teamentscheidung an der Weltmeisterschaft in Aachen verbunden mit viel Auf und Ab. Am Schluss holte sich das Heimteam mit Marcus Ehning (Coolio), Sophie Hinners (Iron Dames Singclair), Daniel Deusser (Otello de Guldenboom) und Richard Vogel (United Touch) mit 4.48 Punkten verdient die Goldmedaille. Silber ging an Belgien (Nicola Philippaerts, Katanga vh Dingeshof, Pieter Devos, Casual, Thibeau Spits, Impress-K van’t Kattenheye Z, Abdel Saïd, Wathnan Quaker Brimbelles Z) und 11.69. Über Bronze durften sich die Briten (Ben Maher, Point Break, Harry Charles, LT Holst Freda, Adrian Whiteway, Chacco Volo, Scott Brash, Hello Mango) mit 12.98 freuen.
Das Schweizer Quartett – vor dem Final noch an achter Stelle – hatte Chance auf eine Medaille, verpasste diese und konnte sich mit 20.49 Punkten auf dem guten sechsten Platz klassieren. Damit ist zumindest das Mindestziel, der Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028, in der Tasche.
Die Startreihenfolge gegenüber der gestrigen Runde konnte nicht mehr verändert werden uns so eröffnete erneut Steve Guerdat mit Dynamix de Bélhème. Er kämpfte mit seiner Superstute in dem mit 17 Efforts ausgestatteten Kurs. Vor allem die dreifache Kombination hatte es in sich und Dynamix half seinem Reiter beim Aussprung enorm. Der Jurassier blieb ohne Abwurf in der Zeit. «Ich weiss nicht, wie Dynamix es geschafft hat, aus der Dreifachen herauszukommen und das zu zeigen, was ich mir vorgenommen hatte. Aber es lag an ihr, uns zu zeigen, dass sie heute einfach aussergewöhnlich war», so Guerdat.
Martin Fuchs und Conner Jei mussten nachlegen, wollten erneut den Nuller in die Arena zaubern. Alles sah gut aus, bis plötzlich aus dem Nichts ein Fehler am Oxer Nummer neun kam. «Ich hatte ein gutes Gefühl, hatte vor dem Oxer vielleicht schon etwas zu viel an die nächste Kombination gedacht. Ärgerlich, ich hätte zwingend den Nuller liefern müssen…»
Youngster Gaëtan Joliat und Chelsea Z konnten nicht mehr an die gestrige Toprunde anknüpfen und mussten in der schweren Prüfung Lehrgeld bezahlen. Zwei Abwürfe standen für ihn zu Buche. Trotz allem, ein gelungenes Championat für den erst 21-jährigen Jurassier. «Es wird mir erst langsam bewusst, was hier passiert ist. Vor allem wenn meine Freunde zu mir sagen, ‘du bist echt gut, du hast es geschafft, du warst an der WM‘.»
Schlussreiter Jason Smith und Picobello van’t Roosakker hätten zu diesem Zeitpunkt einen Nuller liefern müssen, damit die Schweiz im Medaillenrennen bleiben konnte. Doch wie gestern fiel bereits am ersten Hindernis die Stange und aus war der Traum. Der Championatsneuling schloss mit zusätzlichen Zeitstrafpunkten ab. «Das war definitiv nicht mein Plan. Ich habe die veränderten Lichtverhältnisse unterschätzt und hätte diese besser einkalkulieren müssen. Das ist sehr ärgerlich.»
Guerdat in Front
Steve Guerdat zauberte bekanntlich einen tollen Nuller in die Soers und verblieb damit im Einzelklassement auf seinen 0.86 Punkten und übernahm damit gemeinsam mit dem Deutschen Daniel Deusser ex aequo die Führung. An dritter Position liegt Ben Maher (GBR) mit Point Break und 1.01 Zählern. Nach hinten gerutscht sind Sophie Hinners (GER) und Scott Brash (GBR), die vor dem Teamfinal noch vor Guerdat lagen. Die weiteren Schweizer konnten leider nicht in den Einzelfinal der Top 25 vorrücken.
Der Einzelfinal beginnt am Sonntag um 14.20 Uhr.